EMDR-Therapie


Eye Movement Desensitization and Reprocessing nach Francine Shapiro: Eine EMDR-Behandlung ist eingebettet in das ganzheitliche Psychotraumatherapiekonzept und folgt einem klar strukturierten Ablauf, der der direkten Bearbeitung von Traumainhalten einen sicheren Rahmen bietet. Ziel ist, sich dem auslösenden Erlebnis anzunähern, ohne von belastenden Gefühlen überflutet zu werden. 
 
Moderne EMDR-Techniken können auch in der Stabilisierungsphase kreativ eingesetzt werden. Das für viele Klient*innen Neue und Ungewöhnliche an dieser Behandlungsform ist die bifokale Stimulierung während der Traumabearbeitung. Was heißt das? Es werden die linke und die rechte Gehirnhälfte abwechselnd aktiviert (durch Tappen, Augenbewegungen oder Töne). Dadurch wird ein höchst effizienter Bearbeitungsprozess angestoßen, der durch das belastende Ereignis blockiert war. Erinnerungen werden neu abgespeichert und die Betroffene erleben die dazugehörigen Gefühle und Gedanken als nicht mehr belastend.


PITT



Psychodynamisch imaginative Traumatherapie nach Luise Reddemann: Ziel ist die Selbstbeziehung und die Selbstberuhigungsfähigkeit anzuregen – v. a. mit Hilfe von Imagination als heilsamer Kraft. Das Mitgefühl der Therapeutin und der Klient*in für sich selbst – im Sinne von imaginativer Nachbeelterung – hat einen hohen Stellenwert. 
 
Um die Klient*in handlungsfähiger zu machen, spielt das Konzept der „inneren Bühne“ eine zentrale Rolle. Mitgefühl, Trost und Anerkennung des Leids, des geschehenen Unrechts werden im Umgang des erwachsenen Selbst mit „jüngeren“, verletzten Selbstanteilen (oft bezeichnet als die Arbeit am inneren Kind) in den Fokus gerückt und geübt, Verstand und Gefühl miteinander verbunden – unter Einbezug des Körpers. Achtsames Wahrnehmen des Körpers und der Körperbedürfnisse wird immer wieder angeregt, auch den Auswirkungen der Vorstellungen auf den Körper nachzuspüren. Der Einbezug des körperlichen Befindens macht diese Erfahrungen ganzheitlich und wirkungsvoll